Donnerstag, 12. März 2009

tellergroß.

tellergroßer schmerz wird aus den tellern gelöffelt, die immer und immer wieder aufgefüllt werden und die tellergroße masse zieht in den tellern ihre kreise und sie wirken wie tote seerosen auf einer betonlandschaft.
seerosentanz durch die zeit. ich habe versucht, sie aufzufangen, die welkenden grauolivefarbenden blätter. habe versucht, die suppe aufzulöffeln, aber es war ja gar nicht möglich, da der teller nie leer wurde. tellergroß steht es an die wand geschrieben. tellergroßer schmerz in deinen augen. aber tellergroß waren sie auch schon vorher, damit du den schmerz nicht fühlen musst, der auch ohne mich in deine wohnung zog.
und dann kam ich und nun gehe ich vom schlachtplatz, eingehüllt in eine egoistische kalte zweite haut, die den regen nicht abhält. aber ich spüre ihn nicht, weil ich eigentlich gar nichts mehr spüre und alles, was war ist begraben von riesigen tellern, von stinkender suppe, die seerosenblüten sind zerquetscht worden und ich hab die tür endlich zugemacht. nun sitze ich in meinen vier wänden, löffel meine eigene suppe. etwas bitter schmeckt es noch. die würzung war zu stark, das alles machte mich stark, aber die wirkung hielt nicht so lange an, dass ich bleiben konnte.
und so haben wir ihn, den tellergroßen schmerz. und die teller zerschellen an der wand, die scherben fliegen dir ins gesicht und es tut auch mir weh obwohl ich es nicht fühle. das porzelan gibt einen schrillen ton von sich, als es auf den beton kracht und ich beginne zu rennen um den scherben zu entkommen, um meiner vergangenheit den rücken zuzukehren und an orte kommen kann, wo der teller ein gefäß ist, in das man liebe füllt.

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